Was kostet eine Website für kleine Unternehmen 2026? Meine echte Preisliste
Meine echten Website-Preise, was Freelancer und Agenturen verlangen und welche laufenden Kosten in keinem Angebot stehen.
Kemal Esensoy·aktualisiert am June 11, 2020
"Was kostet eine Website?"
Diese Frage höre ich in fast jedem Erstgespräch. Die alte Version dieses Artikels hat sie mit "irgendwo zwischen 1.500 und 15.000 Euro" beantwortet. Technisch korrekt. Komplett nutzlos. Dasselbe könntest du über einen Gebrauchtwagen sagen.
Diese Version fängt deshalb mit meiner eigenen Preisliste an und hört bei den laufenden Kosten auf, die nach dem Launch kommen, wenn keiner mehr auf die Rechnung schaut.
Erst ein bisschen Kontext. Meine allererste Website habe ich für 250 Euro verkauft. Ich habe ungefähr 40 Stunden daran gesessen. Heute liegt mein kleinstes Projekt bei 4.500 Euro. Ich habe aufgeschrieben, wie ich von der einen Zahl zur anderen gekommen bin, und die Kurzfassung lautet: Kunden bezahlen nicht meine Stunden. Sie bezahlen das, was ich in den über hundert Projekten dazwischen gelernt habe.
Meine echten Website-Preise für kleine Unternehmen
Das sind die Zahlen aus der Preisliste, mit der ich Angebote schreibe. Netto, zuzüglich 19 % MwSt. Den Bruttobetrag, den du am Ende überweist, schreibe ich in Klammern dazu.
- Astro + Cloudflare Website: 4.500 bis 6.000 Euro (5.355 bis 7.140 Euro brutto), 3 bis 5 Wochen. Individuelles Design, SEO-Grundlagen, nahezu kostenloses Hosting und eine GitHub-Übergabe mit Schulung, damit du selbst Änderungen machen kannst.
- WordPress + Bricks Builder Website: 4.500 bis 8.000 Euro (5.355 bis 9.520 Euro brutto), 4 bis 6 Wochen. Für Teams, die regelmäßig Inhalte veröffentlichen und WordPress schon kennen.
- Next.js + Directus Applikation: 10.000 bis 35.000 Euro (11.900 bis 41.650 Euro brutto), 2 bis 5 Monate. Dashboards, Logins, Integrationen, mehrere Sprachen.
- Monatliche Betreuung: 1.000 Euro im Monat (1.190 Euro brutto). Laufende Verbesserungen, Content, Wartung und 24 Stunden Reaktionszeit.
Die meisten kleinen Unternehmen, mit denen ich spreche, landen in der ersten oder zweiten Zeile. In der dritten Zeile stellt sich heraus, dass die "Website" eigentlich eine Software ist, und genau da wird das Budgetgespräch meistens unangenehm. Wenn du nicht weißt, was du brauchst: Ich habe aufgeschrieben, wie ich mich zwischen WordPress, Next.js und Astro entscheide.
Die Rechnung kommt außerdem später, als die meisten erwarten. Ich baue die Website auf meinem eigenen Server, du prüfst sie über einen Live-Link, ich überarbeite sie, bis du zufrieden bist, und erst dann schicke ich die Rechnung und ziehe alles auf deinen Server um. Du bezahlst nichts, was du nicht gesehen hast.
Was Freelancer und Agenturen verlangen
Meine Preise liegen in einem sehr breiten Markt. Für meinen Artikel darüber, was du als Freelancer für eine Website verlangen solltest, habe ich mir angeschaut, was gerade aufgerufen wird. Die Zahlen stammen aus dem US-Markt, wo die meisten meiner Kunden sitzen:
- Einfache Visitenkarten-Website (5 bis 7 Seiten), Freelancer: 1.500 bis 5.000 Dollar
- Individuelle Firmenwebsite mit CMS, Formularen und Integrationen, Freelancer: 5.000 bis 15.000 Dollar
- Onlineshop oder komplexe Web-App: 10.000 bis 35.000 Dollar und mehr
- Kleine Agentur (2 bis 5 Leute): 6.000 bis 12.000 Dollar
- Full-Service-Agentur: 12.000 bis 35.000 Dollar und mehr
Die Stundensätze hängen stark vom Standort ab. Ein Senior-Entwickler in den USA nimmt 78 bis über 125 Dollar pro Stunde, in Westeuropa sind es 64 bis 108 Dollar, in Osteuropa 25 bis 65 Dollar. Ich sitze in Augsburg und arbeite überwiegend für US-Kunden, damit liege ich irgendwo dazwischen.
Liegt ein Angebot weit unter diesen Spannen, frag, was fehlt. Liegt es weit darüber, frag, wofür du bezahlst. Ein guter Entwickler beantwortet beide Fragen, ohne beleidigt zu sein.
Warum meine günstigste Website nicht mehr 250 Euro kostet
40 Stunden für 250 Euro sind ungefähr 6 Euro pro Stunde, vor Steuern, mit kostenlosem Support obendrauf. Und den gab es wirklich: Drei Jahre lang habe ich Kundenseiten gewartet, ohne einen Cent dafür zu nehmen, weil ich Angst hatte, die Kunden zu verlieren. Als ich fünf von ihnen endlich ein Wartungspaket für 120 Euro im Monat angeboten habe, haben alle fünf Ja gesagt.
Daraus habe ich etwas über Preise gelernt, das auch für dich als Käufer gilt. Du bezahlst nicht die Zeit, die die Arbeit dauert. Du bezahlst dafür, wie kurz diese Zeit sein kann. Ich habe mal eine E-Commerce-Integration mit Steuerregeln für verschiedene EU-Länder in 6 Stunden gebaut. Jemand ohne diese Erfahrung braucht dafür schnell 40 Stunden und stellt dir jede davon in Rechnung.
Wenn du Angebote vergleichst, ist der Stundensatz also die falsche Zahl. Die Gesamtsumme und der Leistungsumfang sagen dir viel mehr.
Was den Preis wirklich bestimmt
Der häufigste Grund, warum ein Website-Launch hängen bleibt, sind fehlende Texte. Über die Jahre war Content bei meinen Projekten das größte Hindernis auf dem Weg zum Go-live, noch vor Design und Code. Wenn du noch keine Texte hast, muss sie jemand schreiben. Plan dafür Budget ein oder blocke dir die Abende, um es selbst zu machen.
Danach hängt der Preis an ein paar Dingen:
Umfang und Komplexität. Eine saubere Informationswebsite mit zehn Seiten und Standardanpassungen kostet weniger als eine stark individualisierte Website mit 50 Seiten und allem Schnickschnack. Mehr Seitenvorlagen bedeuten mehr Design und mehr Testen.
Individuelle Funktionen. Manchmal gibt es ein Plugin oder einen Dienst, der genau das macht, was du brauchst. Manchmal braucht es viel Ausprobieren, bis die Website tut, was sie soll. Logins, Buchungen, Zahlungen und Anbindungen an andere Tools sind die Stellen, an denen Schätzungen wachsen.
Designrunden. Die meisten Projekte starten mit einem ersten Entwurf, danach folgen Korrekturrunden. Ein oder zwei Runden haben bei fast jedem meiner Projekte gereicht. Jede zusätzliche Runde kostet Zeit, und Zeit taucht im Preis auf.
Branding. Wenn du noch kein Logo hast, ist das ein eigener Auftrag mit eigenem Budget. Lass es nicht im Website-Angebot verschwinden.
Die Plattform. Sie beeinflusst den Baupreis ein wenig und die laufenden Kosten sehr stark. Und damit sind wir bei dem Teil, der in den meisten Angeboten fehlt.
Die laufenden Kosten, die in keinem Angebot stehen
Im September 2026 habe ich einen typischen WordPress-Stack für ein kleines Unternehmen Posten für Posten durchgerechnet: Managed Hosting, Page Builder, Caching, SEO, Backups, Sicherheit, Formulare, Bildoptimierung und ein Theme. Im ersten Jahr kam ich auf ungefähr 1.090 Dollar. Im zweiten Jahr, wenn die Einführungsrabatte auslaufen, auf etwa 1.330 Dollar, also 111 Dollar im Monat für dieselbe Website. Die komplette Aufstellung der WordPress-Hosting- und Plugin-Kosten ist ein eigener Artikel.
Das Geld ist der planbare Teil. Der unplanbare Teil ist ein Update, das schiefgeht. Auf einer älteren WordPress-Seite sieht das so aus:
Oder so:
Oder so:
Und manchmal kommt der Fehler mit einer Meldung, die dir überhaupt nichts sagt:
Hoster stellen Websites irgendwann zwangsweise auf neuere PHP-Versionen um. Als PHP 7.4 im November 2022 das Ende seines Supports erreichte, warfen haufenweise ältere Themes und Plugins fatale Fehler, als die Hoster alle auf 8.x umzogen. Das ist eines der Dinge, die auf ungewarteten Websites wirklich kaputtgehen, und deshalb kann eine ordentlich gepflegte WordPress-Seite mit Hosting, Premium-Plugins, Sicherheitsüberwachung und Entwickler-Retainer 5.000 bis 15.000 Dollar im Jahr kosten.
Eine statische Website auf Cloudflare Pages ist eine andere Geschichte. Das Hosting einer kleinen Unternehmenswebsite kostet dort nichts, die Domain etwa 10 Dollar im Jahr. Mit einem bezahlten CMS-Zugang und einem bezahlten E-Mail-Dienst für das Kontaktformular landest du bei ungefähr 430 Dollar im Jahr. Dieser Unterschied ist der Hauptgrund, warum Astro meine Standardempfehlung für die meisten neuen Websites kleiner Unternehmen ist.
Wartungspakete anderer Anbieter liegen für eine Firmenwebsite typischerweise bei 150 bis 600 Euro im Monat. Meine Betreuung kostet 1.000 Euro netto im Monat und deckt Verbesserungen und Content ab, also mehr als nur den Betrieb. Ob du so etwas überhaupt brauchst, hängt fast komplett davon ab, welchen Stack du wählst.
Selbst bauen: billig beim Geld, teuer bei der Zeit
Selbst eine einfache Website kostet dich 20 bis 40 Stunden, bis du etwas hast, auf das du stolz bist, und das auch nur, wenn du schon mal eine gebaut hast. Wenn du komplett neu bist, nimm das mal zwei oder drei. Ich übertreibe nicht.
Website-Baukästen machen den Einstieg leicht. Die Kosten schleichen sich später ein: Apps und Widgets kosten typischerweise 5 bis 15 Dollar im Monat pro Stück, und ich habe Baukasten-Setups gesehen, die über 100 Dollar im Monat lagen, ohne dass das je jemand bewusst entschieden hat. Ich habe die Anzeichen aufgeschrieben, dass du deinem Website-Baukasten entwachsen bist, und auch die Anzeichen, dass du es nicht bist, denn viele Unternehmen sind dort gut aufgehoben.
Die größeren Kosten tauchen auf keinem Kontoauszug auf. Eine Website zu bauen fühlt sich wie ein Riesenprojekt an, also schieben viele es wochen- oder monatelang vor sich her. Manche werden nie fertig. Aufgaben, die ein erfahrener Entwickler in 10 Minuten erledigt, können dich 2 bis 4 Stunden Recherche kosten, wenn du sie zum ersten Mal machst.
Wenn du gerade mehr Zeit als Geld hast und dir die Technik keine Angst macht, ist Selbermachen eine völlig legitime Entscheidung. Rechne deine Stunden nur mit in den Preis ein.
Die 490-Euro-Website in deinem Postfach
Ein Unternehmer bei mir in der Stadt hat neulich eine Direktnachricht mit einem schicken, funktionierenden Mockup seiner eigenen Firmenwebsite bekommen. Logo und Fotos inklusive. Preis: 490 Euro, einmalig. Er hätte fast sofort zugesagt.
Rechne das Angebot mal durch. Hosting und Domain kosten jedes Jahr Geld. Echte Wartung kostet für eine Firmenwebsite 150 bis 600 Euro im Monat. Eine Einmalzahlung von 490 Euro finanziert nichts davon. Entweder hört die Arbeit auf, sobald die Rechnung bezahlt ist, oder jemand verkauft dir ein White-Label-Tool weiter und hofft, dass du keine Fragen stellst. Ich habe einen eigenen Artikel dazu geschrieben, wie du einen echten Webentwickler von einem AI-Website-Reseller unterscheidest.
Ungewöhnlich niedrige Preise enden meistens auf eine von zwei Arten: mit schlechter Arbeit oder damit, dass du später jede Kleinigkeit extra bezahlst. Die billige Website wird oft zur teuren, wenn sie komplett neu gebaut werden muss.
Mit welchem Budget solltest du rechnen?
Für eine professionell gebaute Website eines kleinen Unternehmens liegt die realistische Spanne auf dem Freelancer-Markt bei 1.500 bis 15.000 Dollar, bei mir für die meisten Visitenkarten- und Content-Websites bei 4.500 bis 8.000 Euro netto (5.355 bis 9.520 Euro brutto). Dazu kommen laufende Kosten zwischen ungefähr 10 Dollar im Jahr für eine statische Website und 1.330 Dollar im Jahr für einen typischen WordPress-Stack, bevor überhaupt jemand an Wartung gedacht hat.
Ich baue Websites beruflich, also sage ich dir auch den Teil, der gegen mich spricht: Wenn das Geld gerade knapp ist und Selbermachen deine einzige Option ist, bau sie selbst und mach das Beste draus. Eine einfache Website, die online ist, schlägt eine perfekte Website, die noch in der Planung steckt.
Wenn du es dir leisten kannst, spart dir ein erfahrener Profi Zeit und eine Menge Kopfschmerzen, und das Ergebnis ist meistens besser als das, was du allein bauen würdest. Aus demselben Grund bezahle ich Steuerberater und Dachdecker. Sie machen den Job schneller und besser, als ich es könnte.
Was ich dir in einem Blogartikel nicht sagen kann: in welche Zeile meiner Preisliste dein Projekt gehört. Wenn du eine Zahl statt einer Spanne willst, schick mir, was du vorhast. Ich sage dir, welche Option passt, auch wenn die Antwort ein Website-Baukasten ist und nicht meine Webentwicklung.
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Als bevorzugte Quelle festlegenÜber den Autor
Kemal Esensoy
Kemal Esensoy, Gründer von Wunderlandmedia, begann seine Karriere als freiberuflicher Webentwickler und Designer. Er führte Web-Design-Kurse mit über 3.000 Studenten durch. Heute leitet er eine preisgekrönte Full-Stack-Agentur, die sich auf Webentwicklung, SEO und digitales Marketing spezialisiert hat.